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Rezension: Enterprise Java mit IBM WebSphere

Enterprise Java mit IBM WebSphere — Rezension von Dirk Spiller




Enterprise Java mit IBM WebSphere
J2EE-Applikationen effizient entwickeln

Stefan Schäffer, Walter Schilder

1.080 Seiten, 59,95 €
Addison-Wesley, 2002
ISBN: 3-8273-1898-X

Das vorliegende Buch ist ein Schwergewicht. Über 1.000 Seiten versprechen einen umfangreichen und detaillierten Einblick in J2EE-Applikationen und in WebSphere, welcher den beiden deutschen Autoren auch gelungen ist. Erstaunlich ist jedoch, dass das Buch trotz seines Kalibers leicht zu lesen ist, sofern man der Zielgruppe der Autoren angehört: Entwickler und Systemarchitekten mit fundierten Java-Kenntnissen, welche sich schon mit J2EE befasst haben und nun tiefer einsteigen wollen. Vorkenntnisse in vielen Bereichen sind zumindest zu empfehlen, ebenso wird auf diejenigen Teile des J2EE-API, welcher auch in der J2SE enthalten sind, nicht weiter eingegangen. Hingegen ist es trotz des Titels nicht notwendig, mit IBM WebSphere zu arbeiten, um dieses Buch sinnvoll nutzen zu können.

Aber auch für Leser ohne detaillierte Vorkenntnisse ist das Buch nicht wertlos. Zumindest der erste Teil, „Enterprise Java im Überblick“ erklärt auf 47 Seiten umfassend die Entstehungsgeschichte, Hintergründe und Begrifflichkeiten rund um Enterprise Java Applikationen, um dann erstaunlich allgemeinverständlich deren Architektur darzustellen. Dieser erste Teil des Buches ist bedenkenlos auch jedem technischen Projektleiter zu empfehlen, der verstehen will, was sich hinter J2EE und Enterprise Java eigentlich verbirgt, ohne in die Tiefen der Programmierung einsteigen zu müssen. Schon in diesem ersten Teil bewährt sich die gute gegliederte, klare Struktur des Buches, welche sicher auch der Hauptgrund für seine Lesbarkeit ist.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit den „Technologien der Java 2 Enterprise Edition“ und erklärt jeweils in eigenen Kapiteln alles, was ein J2EE-Entwickler über Servlets, JSPs, Datenbankanbindung mit JDBC und SQLJ, sowie über Enterprise JavaBeans wissen muss. Dieser Teil umfasst mit knapp 500 Seiten etwa die Hälfte des Buches und lässt für den J2EE-Einsteiger keine Fragen offen. Aber auch der fortgeschrittene J2EE-Entwickler wird immer wieder auf Dinge stoßen, die es ihm ermöglichen, seine Anwendungen noch effizienter zu gestalten. Dieser Teil ist vollkommen unabhängig von IBM WebSphere und daher jedem J2EE-Programmierer zu empfehlen. Die hier abgedruckten Code-Beispiele sind kurz gehalten und können mit etwas Geschick selbst ausprobiert werden. Der Schwerpunkt dieses Teils liegt allerdings nicht auf den Code- Beispielen, sondern auf der detaillierten Erklärung der oben angesprochenen J2EE-Technologien. Hierbei ist wieder einmal die detaillierte Gliederung des Buches hilfreich und insbesondere die jeweils am Rand herausgestellten, fett gedruckten Schlagworte zu fast jedem Absatz machen es leicht, sich in der Informationsfülle zurechtzufinden.

Im dritten Teil geht es nun endlich um die „Anwendungsentwicklung mit J2EE in der Praxis“. Hier kommen auch die beiden zum Buch gehörenden CDs zur Geltung. Diese enthalten einerseits alle Beispiele (auch zu Teil 2) und eine komplette Beispiel-Applikation. Außerdem sind natürlich Testversionen des IBM WebSphere Studio Application Developers (WSAD, Version 4.0.3) und der IBM-Datenbank DB2 mit verschiedenen Add-Ons (Version 7.1/7.2) enthalten, sodass auch Entwickler ohne J2EE-Erfahrung alles vorfinden, um sofort loslegen zu können. Die beiden ersten Kapitel dieses Teils behandeln die Entwicklung mit WSAD und den Betrieb mit WebSphere Application Server. Hier wird im Detail beschrieben, wie erstens die Entwicklungsumgebung und zweitens der Application Server zu konfigurieren und einzusetzen sind. Schritt für Schritt erklären die Autoren, wie die auf den CDs zu findenden Dateien erstellt werden und wie sie zusammenspielen. Von der Erstellung der Source-Files bis zum Deployment auf den Server werden so die Konzepte hinter J2EE-Applikationen auch in der Praxis deutlich.

Das anschließende Kapitel zu „Patterns, Best Practices und Tuning“ vermeidet es, die üblichen J2EE-Patterns durchzukauen und bringt statt dessen auf immerhin 111 Seiten Tipps aus der Praxis zu Design, Programmierung und Deployment, um höchstmögliche Effizienz für J2EE- Applikationen zu erreichen. Das Kapitel über Web Services bietet zu guter Letzt einen Überblick über dieses hochaktuelle Thema und trägt damit zum Gesamteindruck des Buches in positiver Weise bei.

Abgerundet wird das Werk schließlich noch durch ein Literaturverzeichnis zum Vertiefen der einzelnen Themen, ein Abkürzungsverzeichnis und ein Stichwortverzeichnis.

Insgesamt ist das Buch für jeden J2EE-Entwickler – sei es nun mit oder ohne IBM WebSphere. Es eignet sich genauso gut zum Lesen wie zum Nachschlagen und bietet Grundlagen für J2EE-Einsteiger ebenso wie Tipps für erfahrene Programmierer.

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